Städtebauliche Planungswerkstatt
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Römisch-Germanisches Museum, Kölnisches Stadtmuseum und Kurienhaus der hohen Domkirche zu Köln 

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Die Verfasser haben den Entwurfsansatz ihrer Variante der 1. Phase der städtebaulichen Planungswerkstatt weiter ausformuliert.
Zentrale Gedanken sind
- Schließung des Roncalliplatzes nach Süden,
- Neuformulierung des Kurt-Hackenberg-Platzes in Verbindung mit einer Vollendung des Doms-Sockels
- Freihalten der Sichtachse Dom - St. Maria im Kapitol sowie Roncalliplatz - Rheinufer
- großzügige Verbindung Roncalliplatz - Kurt-Hackenberg - Platz über eine Treppenanlage
- maximale Transparenz der öffentlichen Bereiche


Städtebau
Durch die Fassung der Südseite des Roncalliplatzes entsteht ein intimer, fast quadratischer Platzraum von neuer Qualität. Der Neubau des Kurienhauses behält an leicht veränderter Position seine signifikante Alleinstellung. Durch geschickte Positionierung des Baukörpers wird sowohl die Sichtachse Via Culturalis - Domkirche freigehalten wie auch der Platz mit dem Heinzelmännchenbrunnen räumlich gefasst. Es gelingt, eine neue Platzfolge, vom Heinzelmännchenbrunnen über den Roncalliplatz zum Kurt-Hackenberg-Platz, zu generieren, die eine urbane Verdichtung und Raumbereicherung bedeutet. Das Kölnische Stadtmuseum wird so ausgeformt, dass die Westkante mittig des Südportals des Doms endet. Nach Osten fluchtet der Körper mit dem Römisch-Germanischen Museum, sodass desen Raumkante am Kurt-Hackenberg-Platz aufgenommen und fortgesetzt wird.

Es gelingt so eine überraschende Öffnung des Kurt-Hackenberg-Platzes nach Westen sowie die klare Adressbildung vom Kölnischen Stadtmuseum und Römisch-Germanischen Museum nicht nur am Roncalliplatz, sondern auch am Kurt-Hackenberg-Platz. Dieser, bislang in seiner Bedeutung untergeordnete Platz, versammelt nun wie selbstverständlich die stadtgeschichtlichen Museen, das Museum Ludwig, die Philharmonie sowie das Haus Saaleck mit der Artothek würdig um sich. Dabei bietet er mit der vorgeschlagenen Terrassierung und angebundener Gastronomie eine hohe Aufenthaltsqualität mit Blick Richtung Altstadt.

Leitmotiv bei der städtebaulichen Ausformulierung ist hierbei die Vollendung des Sockels der Domplatte an der Süd-Ost-Ecke, um diesen an der Straße Am Hof wieder nach Westen bis zum Roncalliplatz zu führen. So wird die Plattform zum signifikanten urbanen Baustein vollendet und lässt die Höhenunterschiede deutlich werden, ja nutzt sie zur Bereicherung des Stadtraumes.

In diesen Sockel ist nach Osten eine großzügige Treppenanlage eingeschnitten, die den Zugang zum Kölnischen Stadtmuseum auch vom Kurt-Hackenberg-Platz ermöglicht. Gleichzeitig führt die Treppe aber auch weiter zum Roncalliplatz, der dadurch mit dem Kurt-Hackenberg-Platz zwischen den Museen großzügig verbunden wird. Dieser Weg – der Einblicke nach links und rechts in die Museen bei Tag und auch bei Nacht erlaubt – verwandelt sich so zum großzügigen Zugang von der oberen Platzebene der Stadt zum neugestalteten Kurt-Hackenberg-Platz mit Philharmonie, der Außengastronomie des Hotels Mondial sowie der Altstadt und dem Rheinufergarten.

Es gelingt so, die jetzt vorhandenen disparaten Räume neu zu ordnen, ihnen eine ablesbare Gestalt zu geben und für die Kölnerinnen und Kölner sowie die Besucher der Stadt hochattraktive neue öffentliche Außenräume anzubieten.

Diesen Gedanken schreibt auch das Kölnische Stadtmuseum in seinem Inneren fort: zwischen der Roncalliplatzebene (Ebene 0) und der Kurt-Hackenberg-Platz-Ebene (Ebene -2) vermittelt eine öffentlich zugängliche Marktplatzebene (Ebene -1) als zentrale Orientierung. Mit der derart organisierten Zugangssituation vom Roncalliplatz aus bietet sich so nicht nur ein wunderbarer Überblick über diese Marktplatzebene – hier sollte das große Kölner Stadtmodell aus dem Spanischen Bau untergebracht werden –, ein Überblick analog dem im Museum für Angewandte Kunst von Rudolf Schwarz, sondern auch die direkte Anbindung an das Zwischenpodest am Kurt-Hackenberg-Platz, sodass das Museum zu beiden Plätzen eine funktionierende Eingangs- und Adresssituation ausbildet.

Auf der Marktplatzebene befinden sich das Stadtmodell, Wartebereiche, Garderoben und WC-Anlagen sowie der Übergang zum Römisch-Germanischen Museum im Untergeschoss über die römische Hafenstraße sowie der Zugang zum römischen Hafentor.

Das Kölnische Stadtmuseum ist einfach und übersichtlich organisiert: 4 Kerne strukturieren Erschließung, Orientierung und Rettungswege. Zwei große Ausstellungsebenen nehmen den Großteil der Obergeschosse ein. Die Verwaltungsbereiche vom Kölnischen Stadtmuseum sowie des Römisch-Germanischen Museums legen sich am Ostende des Baukörpers in den oberen drei Geschossen U-förmig um einen innenliegenden Patio. Die Bibliotheken von RGM und KSM befinden sich im darunterliegenden ersten Obergeschoss, mit dreiseitiger Fassade und Oberlicht in der Mittelzone. Anlieferung und Werkstätten sind in Marktplatzebene bzw. dem Sockelgeschoss am Kurt-Hackenberg-Platz angeordnet, Lagerflächen im darunterliegenden Kellergeschoss.

Eine zentrale, von oben belichtete Treppenanlage erschließt die Ausstellungsbereiche, von denen aus gezielt gesetzte Ausblicke auf die Domumgebung möglich sind.

Das Römisch Germanische Museum wird weiterhin vollständig vom Roncalliplatz erschlossen, es ist mit dem Kölnischen Stadtmuseum auf der Ebene -1 über die römische Hafenstraße verbunden. Von hier aus kann auch das römische Hafentor unter dem Kurt-Hackenberg-Platz besichtigt werden. Der jetzige Durchgang zwischen Römisch-Germanischen Museum und KölnTicket wird zugunsten größerer Foyer- und Ausstellungsflächen geschlossen, die Verbindung zwischen Roncalli- und Kurt-Hackenberg-Platz findet nun zwischen den beiden Museen statt. Die Eingangsebene wird großzügig ins UG (Ebene -1) geöffnet, um den Anschluss an das Kölnische Stadtmuseum nicht nur inhaltlich, sondern auch architektonisch zu artikulieren.

Aufgabe

Städtebauliche Planungswerkstatt - Römisches Museum, Kölnisches Stadtmuseum und Kurienhaus der Hohen Domkirche zu Köln

Bauherr

Stadt Köln

Standort

Köln

Bauvolumen

18.000 qm BGF

Wettbewerb